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Hans-Nicolaus Rindfleisch

Mein Studium in Dortmund

Mein Studium in Dortmund erfolgte an der Fakultät Chemietechnik zwischen 1974 und 1980. Vorausgegangen war eine Laboranten-Ausbildung und ein Studium der Allgemeinen Chemie in Essen. Meinem Studium in Dortmund schloss sich das Promotionsstudium mit einer entsprechenden Assistentenstelle an, im Jahre 1984 promovierte ich zum Dr.-Ing. unter Professor Schecker, Professor Schwindt und Professor Simmrock.

Warum habe ich in Dortmund studiert?

Nach meinem Studium der Allgemeinen Chemie in Essen hatte ich erkannt, dass mir ingenieurtechnische Fragen deutlich näher sind als das reine "Chemie-Herumdoktorn" in Labors und Entwicklungsbereichen und insofern habe ich - auch aus privaten Gründen, die mit einer gewissen Tendenz mich noch nicht dem Berufsleben stellen zu wollen zusammenhing - mich für das Studium der Chemietechnik in Dortmund entschieden. Auch ein Grund war, dass die Lehrinhalte und die Entwicklungsmöglichkeiten einer damals relativ neuen Uni für mich ausgesprochen interessant erschienen. Im Nachhinein hat sich gezeigt, dass das der richtige Weg war.

Mein schönstes Erlebnis aus dieser Zeit

Es gibt kein schönstes Erlebnis, doch es gibt eines - vielleicht komme ich darauf noch einmal zurück?! Insgesamt habe ich die Studienzeit sehr genossen, weil sie mir einerseits Freiheiten gab zu lernen, zu lernen in einer Art und Weise, die nicht dem schulischen System entsprach, sondern wo ich mich entsprechend meiner Neigungen orientieren konnte; weil es mir auch gleichzeitig die Freiheit gab, über den Horizont hinaus in andere Richtungen hineinzuschauen, z.B. Wirtschaftswissenschaften, und weil es mir trotzdem die Freiheit gab, auch meinen Freizeitaktivitäten (Skifahren, Bergsteigen, Rudern) genügend Zeit einzuräumen. Ja, und jetzt komme ich zu meinem wirklich schönsten Erlebnis: Dieses war als ich 1984 promovierte, als ich zusammen mit meiner Frau und meinen beiden Kindern, Sie können es dem Bild* entnehmen, einen Birnbaum im Innenhof eines der Chemie-Technik-Gebäude gepflanzt habe. Es war ein Blick zurück, mein Dankeschön an die Uni und ein Blick nach vorne. Ich weiß allerdings, dass dieser Baum inzwischen irgendwelchen Baumaßnahmen zum Opfer fiel; vielleicht ergibt sich die Gelegenheit, mal einen Neuen zu pflanzen ...

Mein beruflicher Werdegang

Nach der Promotion war ich noch ein Jahr an der Uni und habe mit Prof. Schecker im Wesentlichen im gutachterlichen Bereich aber auch im Lehrbereich zusammengearbeitet und bin dann im Jahr 1985 zur damaligen Bayer AG gewechselt - wir alle wissen, dass es diese Firma in der Form nicht mehr gibt - und habe in meinem beruflichen Werdegang den Wechsel des Unternehmens Bayer in vielen Facetten mitgemacht. Ich war Trainee in einem großen organischen Technikum, ich war in der Ingenieurabteilung und habe dort den Bereich "Sicherheit, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Anlagen" mit aufgebaut, ich war Betriebsleiter in verschiedenen Stationen, war technischer Leiter an einem Standort, Fachbereichsleiter für Technische Gase weltweit und last but not least habe ich zum Schluss einen Bereich übernommen, der die Technische Überwachung des Unternehmens Bayer darstellt. Mittlerweile bin ich nicht mehr bei diesem Unternehmen, sondern als Geschäftsführer bei einer Tochter des TÜV SÜD, der TÜV SÜD Chemie Service GmbH tätig. In dieser Aufgabe habe ich die weltweite Verantwortung für Dienstleistungen rund um die chemische Industrie. Damit habe ich auch gleichzeitig meine derzeitigen Aufgaben beschrieben, denn die Aufgaben eines Geschäftsführers umfassen alles und nichts, man muss viel entscheiden, hat wenig Informationen und das ganze sehr schnell und hofft dabei auf das Quäntchen Glück, dass alles passt. Nein, ehrlich gesagt, ich habe einen tollen Job!

Meine Botschaft an (zukünftige) Studierende

Studium ist wichtig - ich befürchte nur, dass durch die Verschulung durch Bachelor und Master zukünftig die Kreativität der Studenten, was möglicherweise etwas auf die Zeit geht, leiden wird, die breite Ausbildung der Studenten letztendlich nicht mehr gewährleistet sein wird und man mehr im Sinne eines - ich sag es mal vorsichtig - "Einbahnstraßen-Ingenieurs/Naturwissenschaftlers" qualifiziert wird. Darum meine Botschaft: Versucht so viel wie möglich rechts und links des Wegesrandes mitzunehmen, genießt das Studentenleben, denn eine solch schöne Zeit, eine so freie Zeit, eine Zeit, in der man letztendlich nur sich selber verantwortlich ist, für seinen zukünftigen Berufsweg, diese Zeit wird nicht wiederkommen! Und noch etwas: Ingenieure werden gesucht, ob in Deutschland, in Europa, in der Welt, und das ist meine Botschaft: Wer technisch begabt ist, ober meint dieses zu sein, der sollte sich diesem Berufsziel widmen!
Allen, die demnächst anfangen werden, wünsche ich viel Erfolg! Ich hoffe, dass Ihre Entscheidung sich als richtig herausstellt! Allen, die demnächst fertig werden, wünsche ich viel Erfolg bei der Berufssuche, bei der Arbeitssuche, bei der Jobsuche!

* Bild folgt, Anmerkung der Redaktion.