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Abschied von Prof. Walzel

Am morgigen Freitag lädt Prof. Walzel anlässlich seines Ausscheidens aus dem aktiven Dienst zu einem gemeinsamen Beisammensein. Er wird Ende August aus der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen ausscheiden. Seit 1999 hatte er hier den Lehrstuhl für Mechanische Verfahrenstechnik inne. Wir wünschen Prof. Walzel einen erquicklichen Ruhestand und schauen anlässlich seines bevorstehenden Abschiedes auf die Zeit mit ihm zurück.

PW__Meldung

Herr Walzel, Sie sind jetzt 15 Jahre an der TU Dortmund. Was hat Sie als gebürtiger Österreicher damals bewogen, nach Dortmund zu kommen?
Dortmund ist meine letzte Station in NRW seit meinem Beginn hier vor 38 Jahren. Davor war ich schon in Essen und in Leverkusen. Insofern war ich schon akklimatisiert und hatte mich bereits an die hohe Effizienz der Kollegenschaft, an einen gut strukturierten Arbeitsstil, aber auch an eine hohe Verkehrsdichte gewöhnt.

Worauf sind Sie sich im Rückblick auf Ihr Berufsleben besonders stolz?
Ich habe, so lauten auch diverse Rückmeldungen, vielen jungen Leuten das „Wichtige“ vermittelt, bspw. wie ein Ingenieur neue Probleme in der Praxis angehen soll. Bei Gruppenarbeiten kamen solche Fragen übrigens auch auf. Dabei hat mir auch meine dreizehnjährige Industriezeit nachhaltig geholfen.

Was hat Ihnen in Dortmund besonders gut gefallen?
Ich durfte über ein recht gut ausgestattetes Technikum mit einer kleinen Werkstatt und geschickten Mitarbeitern verfügen. Meine langjährige Sekretärin hat mir u .a. durch Ihr kaufmännisches Verständnis sehr treue und gewissenhafte Dienste geleistet. Ohne sie wäre vieles deutlich zeitaufwändiger und komplizierter für mich geworden.

Und woran denken Sie nicht so gern?
Ich habe fallweise eine Tendenz zur Grüppchenbildung festgestellt, bei der Mitglieder der Fakultät von Information und der Teilnahme an Aktivitäten ausgeschlossen waren. Ganz verhindern kann man das zwar nie,  jedoch besteht Verbesserungsbedarf. Auch wenn einzelne Personen hervorragende Leistungen vorweisen können, ist die Fakultät  nur gemeinsam und als Team wirklich stark - der Vergleich zum Fußball liegt natürlich nahe. Es bedarf also einer vor allem offenen und freimütigen Moderation, die Einigkeit weniger durch Management als durch Motivation und ausgewogene Teilhabe herstellt. Ich bin frohen Mutes, dass das gelingt.

Was wird sich Ihrer Meinung nach in den nächsten 15 Jahren an der Fakultät verändern?
Die Beantwortung dieser Frage fällt mir schwer, da ich nur ungefähr weiß was geplant ist. Auch lassen sich Pläne oft nicht in der gewünschten Form umsetzen. Sicher ist jedoch, dass der finanzielle Zuschuss vom Land an die Unis mittelfristig eher abnehmen wird und man sich darauf einstellen muss. Es wird letztlich erforderlich sein, die Fakultät noch stärker nach dem nachweisbaren Bedarf, d.h., nach den industriellen und beruflichen Aufnahmebranchen unserer Absolventinnen und Absolventen auszurichten. Es ist auch zu berücksichtigen, dass nicht alle eine Dissertation anstreben. Eine größere Rolle wird sicher „e-learning“ spielen.

Was geben Sie jungen Leuten, die heute Bio- und Chemieingenieurwesen studieren, mit auf den Weg?
Folgenden Rat: Macht vor allem das was euch persönlich liegt, verkauft eurer Wissen nicht zu billig; ihr könnt viel, trotzdem zunächst bescheiden bleiben, denn auch in der Praxis lernt man noch dazu.

Wie stellen wir uns Ihr Leben als Pensionär vor?
In erster Linie werde ich mich um Dinge kümmern, die ich zu lange vernachlässigt habe.

Vielen Dank und alles Gute für Sie! (Das Gespräch führte KLS)